Geschwindigkeit: Runter vom Gas!

geschwindigkeit1Die Zahl der Verkehrstoten sinkt kontinuierlich: Etwas unter 5.000 waren es 2007 in Deutschland, 2008 gingen die Zahl noch weiter runter auf 4.550. Ursache für tödliche Verkehrsunfälle war 2007 in 29,2 Prozent der Fälle eine nicht angepasste, zumeist überhöhte Geschwindigkeit.
Die Schwerpunktaktion „Runter vom Gas“ geht im Frühjahr 2009 in die zweite Runde. Nach den Todesanzeigen nachempfundenen Plakaten des vergangenen Jahres kommen jetzt die Motive „Abi 2008“, „Just married!“ und „Baby an Bord“ zum Zuge: Tödliche Unfälle, bevor das Leben richtig beginnt.

 

Mehr Tempo bedeutet höheres Risiko
„Fahr langsam! Wir haben es eilig!“ – Was klingt wie ein Widerspruch ist einfach nur die Kehrseite der Medaille: Wer schnell fährt, ist nur subjektiv schneller da! Wer schneller fährt, verbraucht mehr Kraftstoff – und häufigere Tankstopps halten auf. Wer schneller fährt, muss häufiger eine Pause einlegen als jemand, der gelassen über die Autobahnen gleitet. Und wer schneller fährt, ist auch schneller in Unfälle verwickelt – nur allzu oft auch mit schwerwiegenderen Folgen als bei niedrigeren Geschwindigkeiten! Und vor allem auf diesen Umstand verweist das Zitat!

geschwindigkeit3Besonders gefährdet sind Motorradfahrer, deren Anteil an den Verkehrstoten 2006 immerhin 17 Prozent betrug. Ursachen für den hohen Anteil sind zum einen der kontinuierlich steigende Fahrzeugbestand in diesem Segment, zum anderen die Tatsache, dass die Unfallzahlen hier weniger stark zurückgingen als die Gesamtunfallzahlen. Besonders schwerwiegend sind Motorradunfälle auf Landstraßen (fast 70 Prozent der getöteten Motorradfahrer). Ein Viertel der Motorradunfälle sind Alleinunfälle, zu über 50 Prozent ist hier die Ursache eine „nicht angepasste Geschwindigkeit“.

 

Geschwindigkeitskontrollen
geschwindigkeit4Ist mehr oder weniger Kontrolle nötig? Je höher die gefahrene Geschwindigkeit, desto wahrscheinlicher ist ein Unfall und umso schwerer die Unfallfolge. Deshalb sollten Geschwindigkeiten – so eine Forderung der Europäischen Kommission – häufiger überwacht werden. An Unfallschwerpunkten zeigt sich, dass mehr Überwachung zu mehr angepasster Geschwindigkeit und damit zu einem Sinken der Unfallzahlen führt. Diese Überwachung findet meistens über stationäre Anlagen zur Geschwindigkeitsmessung („Starenkasten“) statt. Insgesamt setzen die Verantwortlichen aber mehr auf Qualität statt auf Quantität: Vor allem die „qualifizierte polizeiliche Verkehrsüberwachung“ mit Anhalten des Autofahrers hat Wirkung auf die Betroffenen und wird aus diesem Grund verstärkt angewandt. Der anonyme „Starenkasten“ mit Beweisfoto macht das weniger Eindruck und wird häufiger als „dumm gelaufen“ abgehakt, zumal das sanktionierte Geschehen mehrere Wochen  zurück liegt.

geschwindigkeit2Seine Geschwindigkeit hat jeder Autofahrer selbst zu verantworten! Hier ist noch reichlich Potenzial, mit einem angepassten Gasfuß die Unfallzahlen sowie die Anzahl der im Straßenverkehr Getöten weiter zu senken. Bewusst Gas geben heißt eben auch schon mal: Runter vom Gas!

© März 2009, Petra Grünendahl, Fotos: DVR, pet

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