Straßenverkehr: Mehr Luftqualität, weniger Feinstaub

Die Feinstaubbelastung auf deutschen Straßen ist zwischen 2005 und 2013 um durchschnittlich 19 Prozent zurückgegangen. Zu diesem Schluss kommt der ACE Auto Club Europa nach Auswertung aktueller Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach lag der Jahresmittelwert aller dem Verkehr zugeordneten Messstationen im Jahr 2005 noch bei 30 Mikrogramm pro Quadratmeter (μg/m³) Bis zum Jahr 2013 sank dieser Wert im Schnitt auf 24,25 Mikrogramm pro Quadratmeter (μg/m³). Der kritische Jahresmittelwert von 40 μg/m³ wurde 2013 an keiner der 134 Stationen überschritten – 8 Jahre zuvor meldete die Umweltbehörde noch 4 Überschreitungen an den damals 131 Messstationen.

Ebenfalls deutlich reduziert hat sich die Zahl der verkehrsrelevanten Stationen, an denen der Tagesmittelwert von 50μg/m³ überschritten wurde. Weniger als 10 Prozent (13 von 134) aller an Straßen gelegenen Feinstaubmessstationen (51 von 166) meldeten 2013 an mehr als 35 Tagen eine als bedenklich geltende Belastung. Drei Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei knapp 31 Prozent.

ACE: Fahrzeuge sind sauberer geworden
Nach Einschätzung des ACE ist „die insgesamt erfreuliche Entwicklung“ eine Folge verbesserter Fahrzeugtechnik und einer damit einhergehenden verminderten Feinstaubbelastungen. Der Club verweist dazu auf Erhebungen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA), wonach im vergangenen Jahr (2013) bereits 96,4 Prozent aller Wagen im bundesweiten Pkw-Bestand (43,4 Millionen) berechtigt waren, in Umweltzonen einzufahren. 2007 hingegen habe der Anteil stark Luft verschmutzender Pkw am gesamten Fahrzeugbestand noch 26 Prozent betragen.

Zwei mittlerweile unleserliche FeinstaubplakettenIn jenem Jahr hatten laut ACE auch nur 29 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Diesel-Pkw Anspruch auf eine grüne Feinstaub-Plakette. Ende 2013 waren es bereits 93,6 Prozent, berichtet der ACE. Ein Sprecher des Clubs sagte: „Zur Schadstoffminderung haben maßgeblich Katalysatoren und Rußpartikelfilter und damit verbundene Steuererleichterungen beigetragen; ohne entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen wären wir heute nicht so weit“. Zu einem Schub für mehr sauberere Autos hat nach Überzeugung des ACE auch die von der früheren großen Koalition 2009 eingeführte Abwrackprämie geführt.

Besonders deutlich zeigt sich die Reduzierung von Feinstaubpartikeln in den vom Straßenverkehr hoch frequentierten Bereichen. So sank die Schadstoffbelastung an der Messstelle Stuttgart, Am Neckartor, von einem Jahresmittelwert von 55 μg/m³ auf 39 μg/m³, die Zahl der Tageswerte über 50 μg/m³ verringerte sich von 187 auf 82. Auch in München, Cottbus und Ludwigsburg konnte eine deutliche Reduzierung der Feinstaubwerte erzielt werden.

Nach Angaben des vom ACE dazu zitierten Umweltbundesamtes sanken die verkehrsbedingten PM10-Emissionen zwischen 1995 und 2008 von 64.400 auf 37.000 Tonnen. Verbrennungsbedingte Feinstaub-Emissionen (PM10) des Straßenverkehrs 2008 hatten einen Anteil von 7,1 Prozent an den deutschen Gesamtemissionen. Mit 9,6 Prozent lagen die durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und Straßenbelag verursachten Emissionen deutlich höher. Abriebemissionen sind von der Fahrleistung abhängig und entwickeln sich parallel zu dieser. Der Bundesanstalt für Straßenwesen zufolge erhöhte sich die Gesamtfahrleistung von 2005 bis 2010 um 1,2 Prozent.

Umweltzonen auf den Prüfstand
Der ACE hatte kürzlich angeregt zu prüfen, ob die Einrichtung sogenannter Umweltzonen und der damit verbundenen Restriktionen im städtischen Straßenverkehr noch angemessen und begründet sind.

Mehr zu diesem Thema unter www.ace-online.de/der-club/news/ace-feinstaubverordnung-eine-erfolgsgeschichte.html.

– Pressemitteilung des ACE Auto Club Europa –

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