ADAC Nordrhein: Fahren in der Baustelle

Schmale Fahrspuren, geänderte Verkehrsführung, reduziertes Tempo:
So kommen Autofahrer sicher durch den Engpass

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Sie sind wichtig, um die Verkehrsadern fit zu halten. Im besonders verkehrsreichen Transitland Nordrhein-Westfalen sind Baustellen allerdings sowohl für Pendler auf ihrem täglichen Weg zur Arbeit als auch für Reisende auf der Fahrt in den Urlaub lästige Staufallen. Zudem sind diese Abschnitte auch gefährlich. Immer wieder kommt es auf den verengten Spuren zu Unfällen mit zum Teil schwer Verletzten und Getöteten. Um sicher durch die Engpässe zu kommen, rät der ADAC, bereits mit den ersten Ankündigungen einer Baustelle besonders vorausschauend zu fahren und sich frühzeitig auf die neue Verkehrssituation und die auf 80 km/h reduzierte Geschwindigkeit einzustellen. Zudem sollten folgende Tipps beherzigt werden:

Wird vor der Baustelle die Anzahl der Fahrspuren verringert, müssen sich Autofahrer im Reißverschlussverfahren einfädeln. Anders als viele denken, gilt dabei laut Straßenverkehrsordnung: so weit wie möglich bis zum Hindernis vorfahren und sich erst dann im Wechsel hinter einem auf dem benachbarten Fahrstreifen fahrenden Auto einfädeln. Bei zu frühem Einfädeln drängt sich der Verkehr unnötig lange auf einer Spur zusammen, der Stau wird dadurch viel länger. Wer das Reißverschlussverfahren behindert, dem kann ein Verwarnungsgeld von 20 Euro drohen.

Im Baustellenbereich gelten die gelben Markierungen. Hier besonders aufmerksam fahren und unbedingt das Tempolimit sowie den nötigen Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einhalten.

Viele Kollisionen passieren im Baustellenbereich zwischen Fahrzeugen, die nebeneinander fahren, da die Fahrstreifen meist deutlich verengt sind. Daher am besten versetzt fahren und auf Überholmanöver verzichten. Durch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h ist der Zeitgewinn durch Überholen ohnehin gering.

Auch in Baustellen gilt übrigens das Rechtsfahrgebot. Hier sind Autofahrer auch sicherer unterwegs, da der rechte Fahrstreifen normalerweise breiter ist als die übrigen. Zudem dürfen viele Fahrzeuge – auch viele Kleinwagen – den linken Fahrstreifen gar nicht benutzen, da sie die in Baustellen oftmals vorgegebene Fahrzeugbreite von zwei Metern überschreiten. Das Problem: In den Fahrzeugpapieren wird nur die Breite ohne Außenspiegel angegeben, es gilt aber die Gesamtbreite! Der ADAC rät deshalb, selber nachzumessen oder sich beim Club zu informieren, denn beim Verstoß droht neben einer Geldbuße sonst auch noch ein abgefahrener Spiegel.

„Wo man hinsieht, zieht es einen hin“, besagt eine Faustregel. Daher immer auf den eigenen Fahrstreifen konzentrieren und nicht auf den Gegenverkehr oder den Nebenmann, das kann verunsichern.

Im Falle einer Panne oder eines Bagatellunfalls: Warnblinker einschalten und wenn möglich aus dem Baustellenbereich herausfahren, andernfalls das Fahrzeug außerhalb der Fahrstreifen, z.B. in einer Lücke zwischen den Absperrbaken, abstellen. Autoinsassen sollten den Wagen auf der dem Verkehr abgewandten Seite verlassen.

In Nachtbaustellen gilt besondere Vorsicht, da der Wechsel vom hellen Licht der Baustelle zur dunkleren Autobahn die Augen irritieren kann.

Nach der Baustelle zügig beschleunigen, aber nicht drängeln, und beim Spurwechsel den nachfolgenden Verkehr im Auge behalten. Wer sich vorab über die Staulage und mögliche Baustellen auf seiner Strecke informieren möchte, kann dies bequem auf der ADAC Internetseite (www.adac.de/verkehrslage) tun und sich gegebenenfalls eine Alternativroute zurechtlegen.

– Presseinformation des ADAC Nordrhein –

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