Je schöner das Wetter, desto schwerer die Unfälle

ACE: Im Sommer leben vor allem Zweiradfahrer gefährlich

Grafik: Fotolia
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Bei schlechtem Wetter steigt die Zahl der Verkehrsunfälle, doch bei schönem Wetter haben Kollisionen schwerwiegendere Folgen. Zu diesem Schluss kommt der ACE Auto Club Europa nach Auswertung amtlicher Unfallzahlen und Wetterdaten. Scheint die Sonne besonders lang und hell, kann es demnach für Motorradfahrer schnell absolut finster werden, wie ein Vergleich der Sommermonate Juni / Juli in den Jahren 2012 und 2013 zeigt. 2013 verunglückten alleine in diesen beiden Monaten zusammen 8.815 Biker; das waren 30,3 Prozent mehr, als in den gleichen Monaten des Vorjahres (2012: 6.754). Während im Juni und Juli 2012 zusammen nur 354 Sonnenstunden gezählt wurden, stieg die Zahl der Sonnenstunde im Vergleichszeitraum 2013 um 38,4 Prozent auf insgesamt 490 Stunden an, berichtete der ACE am Freitag in Stuttgart unter Berufung auf Angaben des Wetterdienstes.

Nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (vom 18.6.2014), sind im April 2014 insgesamt 301 Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Das waren 25,4 % oder 61 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Ebenso wie der ACE führt auch die Behörde die Zunahme der Verkehrsopferzahlen auf das sonnige und trockene Wetter im April dieses Jahres zurück. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls, wenn auch nicht ganz so stark (+ 12,0 % auf 31.500).

Den Anstieg der Zahlen der Unfälle und Verunglückten in den Frühlings- und Sommermonaten führt der Autoclub unter anderem auch auf eine stärker diversifizierte Verkehrsmittelwahl zurück. „Die Leute sind häufiger mit Fahrrad und Motorrad unterwegs; demgegenüber werden in der kälteren Jahreszeit speziell diese Fortbewegungsmittel deutlich weniger genutzt“, wissen die ACE-Experten. Sie machen außerdem darauf aufmerksam, dass an Ferien- und Feiertagen die Verkehrsbeteiligung und das Verkehrsaufkommen zwar geringer als sonst üblich ausfällt, andererseits aber sind die zurückgelegten Distanzen größer und das beanspruchte Zeitbudget folglich höher.

„Wenn bei erhöhtem Individualverkehrsanteil längere Strecken zurückgelegt werden und Tagesdistanzen sowie Wegezeiten zunehmen, dann wächst auch das Unfallrisiko“, heißt es in der ACE-Expertise.

Trockenes und warmes Wetter zieht vor allem Fahrrad- und Motorradfahrer in den Sattel, während in kühlen und niederschlagsreichen Monaten das Bike ungenutzt bleibt. Zwischen Frühjahr und Herbst steigt die Opferzahl unter den motorisierten und nicht motorisierten Zweiradfahrern zum Teil massiv an, die Unfallzahlen weisen deutliche Parallelen zum Wetterbericht auf. Vor allem für Motorradfahrer erhöht sich bei schönem Wetter das Risiko, bei einem Unfall schwere oder gar tödliche Verletzungen zu erleiden.

Regen und Schnee führen zu einer Reduzierung der absolvierten Strecken, zudem wird bei widrigen Witterungsbedingungen in der Regel langsamer und vorsichtiger gefahren. Dennoch lässt sich an den Zahlen der Glätteunfälle der letzten zehn Jahre ablesen, in welcher Weise sich die Winterperioden auf die Unfallentwicklung auswirkten. Wetterphänomene wie Nebel oder Unwetter erhöhen das Risiko von Massenunfällen. Die absoluten Zahlen der Unfälle mit Personenschaden rangieren allerdings auf niedrigem Niveau.

Mehr als ein Drittel der Menschen fühlt sich in ihrer Stimmungslage vom Wetter beeinflusst, vor allem schwülwarme, aber auch feuchtkalte Wetterlagen werden als belastend empfunden. Folge ist ein oft gereiztes Verhalten, das sich im Straßenverkehr durch undiszipliniertere und risikoreichere Fahrweise ausdrückt. Bei Schönem Wetter hingegen wird von vielen Autofahrern eine leistungssteigernde Wirkung zugeschrieben, was zu Selbstüberschätzung führen kann.

Zeitpolster gegen Stress – Schutzkleidung gegen Verletzung
Der ACE empfiehlt daher Verkehrsteilnehmern: Nehmen Sie sich genügend Zeit für den Weg zur Arbeit ebenso wie für die Anfahrt zum Urlaubsort. Das wirkt Stress mindernd.

Motorrad- und Fahrradfahrern rät der ACE, die eigene Sicherheit nicht aus den Augen zu verlieren. Hochwertige Schutzkleidung mit Protektoren und Helm können im Fall eines Unfalls die Verletzungsgefahr deutlich mindern.

– Pressemitteilung des ACE Auto Club Europa e. V. –

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