Erst der Reifencheck – und dann ab in den Urlaub

bremswege_warmWelf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik im DVR, empfiehlt, längere Fahrten und Reisen mit dem Auto zum Anlass zu nehmen, wieder die Reifen zu überprüfen. Das fängt bei der richtigen Bereifung an: „Für die Sicherheit alle Verkehrsteilnehmer ist es wichtig, jetzt mit Sommerreifen unterwegs zu sein, denn Ganzjahres- oder gar Winterreifen sind den hohen Temperaturen nicht gewachsen. Die Konsequenz: Schlechte Fahrstabilität, wenig Bodenhaftung, erhöhte Gefahr von Aquaplaning, ein längerer Bremsweg und ein höherer Spritverbrauch.“ Diese Gründe sollten ausreichen, um spätestens vor der Urlaubsfahrt noch umzurüsten, idealerweise beim Fachmann.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, einen kurzen 5-Punkte-Reifencheck durchzuführen:

Punkt 1: Luftdruck
Zu wenig Luftdruck bedeutet weniger Fahrstabilität, höheren Verschleiß, einen längeren Bremsweg und im schlimmsten Fall einen geplatzten Reifen. Der optimale Luftdruck sollte immer dem vom Hersteller empfohlenen Luftdruck bei voller Belastung entsprechen und am höchstens handwarmen Reifen gemessen werden.

Durch eine schnelle Autobahnfahrt kann sich der Reifen erhitzen. Dadurch steigt der Innendruck. An heißen Reifen soll die Luft nicht abgelassen werden, weil nach dem Abkühlen der Druck dann gefährlich niedrig werden kann. Die Empfehlung des Herstellers ist meist im Tankdeckel, am Türholm oder in der Betriebsanleitung zu finden. Ein optimaler Luftdruck senkt den Kraftstoffverbrauch zudem um bis zu drei Prozent.

Punkt 2: Profiltiefe
Sommerreifen sollten mindestens eine Profiltiefe von 3 Millimetern haben, denn je weniger Profil ein Reifen hat, desto höher wird die Aquaplaninggefahr. Während ein Sommerreifen mit 3 Millimetern Profiltiefe bei 100 Kilometern pro Stunde auf Nässe noch ein wenig Kontakt zur Fahrbahn hat, können Reifen mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufschwimmen, das Auto wäre dann vom Fahrer nicht mehr zu kontrollieren.

Punkt 3: Schäden, Risse, Beulen
Die Reifen sollten regelmäßig auf Risse, Einfahrschäden und Beulen kontrolliert werden. Viele Schäden sind jedoch auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wer deshalb unsicher ist oder kürzlich eine Bordsteinkante oder ein Schlagloch unsanft mitgenommen hat, sollte spätestens nach der langen Reise den Experten prüfen lassen, ob mit den Reifen alles im grünen Bereich ist. Sonst können Unwuchten entstehen, die zu einem Reifenplatzer führen können.

Punkt 4: Reifenalter
Reifen, die älter als sechs Jahre sind, sollten häufiger auf Schäden überprüft werden, denn hier wird das Gummi spröde und das Ausfallrisiko steigt. Nach zehn Jahren sollte ein Reifen in jedem Fall erneuert werden.

Punkt 5: Das Ersatzrad
Das fünfte Rad am Wagen sollte beim Check nicht vergessen werden, denn ein Nagel hat sich schnell eingefahren oder ein Reifen platzt, weil ein Schaden unentdeckt geblieben ist. Wer dann ein gut gewartetes Ersatzrad dabei hat, kommt damit sicher bis zum nächsten Reifenfachhandel. Wer auf das Ersatzrad verzichten will, sollte ein funktionsfähiges Reifenpannenset mitführen, mit dem er aber nur bis zur nächsten Werkstatt fahren sollte. Die schmalen Notreifen sind für eine Geschwindigkeit von maximal 80 km/h und für eine Strecke von höchstens 80 km ausgelegt.

Über Reifenqualität – „Ich fahr auf Nummer sicher!“
Im Mittelpunkt der Initiative Reifenqualität des DVR und seiner Partner stehen die Qualität der Reifen und die fachliche Beratung im Handel. Die Produktqualität hat Auswirkungen auf Bremsweg und Nasshaftung. Aber auch der Zustand der Reifen, dazu gehören Sicherheitsprofiltiefe und Luftdruck, ist sicherheitsrelevant. Weitere Informationen rund um das Thema gibt es unter: www.reifenqualitaet.de

– Presseinformation des DVR Deutscher Verkehrssicherheitsrat –

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