Alte Autos, Alkohol und junge Fahrer

  • Allianz empfiehlt: Null-Promille-Regelung bis 24 Jahre
  • Junge Fahrer verursachen die meisten Unfälle
  • Sicherheitsrisiko alte Autos – jedes zweite über zehn Jahre alt

Junge Fahrer. Foto: Allianz.
Junge Fahrer. Foto: Allianz.
Am 14. Oktober 2014 fand im Allianz Zentrum für Technik in Ismaning der 3. Allianz Autotag statt. Ein zentrales Thema in diesem Jahr waren die jungen Autofahrer. Die Allianz stellte ihre aktuelle Studie „Jung und urban“ vor. Die wichtigsten Ergebnisse: Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verursachen im Verhältnis zu allen anderen Altersgruppen die meisten Verkehrsunfälle und sind selbst am häufigsten gefährdet. Im letzten Jahr verschuldeten junge Fahrer mit 22 Prozent die meisten Unfälle mit Personenschaden auf deutschen Straßen. Fast jeder vierte getötete Pkw-Fahrer (22 Prozent) war 18 bis 24 Jahre alt – obwohl sie nur acht Prozent der Führerscheininhaber ausmachen.

Dabei fällt auf, dass Alkohol bei den 21 bis 24-Jährigen eine deutlich größere Rolle spielt als bei den Fahranfängern. Eine Sonderauswertung für die aktuelle Studie von 429 schweren Verkehrsunfällen* mit Allianz Versicherten ergab, dass der Anteil der alkoholisierten Fahrer bei den 21 bis 24-Jährigen fast doppelt so hoch (18 Prozent) ist wie bei den 18 bis 20-Jährigen (10 Prozent) und 25 bis 64-Jährigen (11 Prozent). „Alkoholkonsum und die höhere Risikobereitschaft bei jungen Menschen sind Hauptursachen für die hohen Unfallzahlen“, sagt Dr. Alexander Vollert, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. „Deshalb empfehle ich dringend die Anhebung des Höchstalters bei der Null-Promille-Regelung von derzeit 21 auf 24 Jahre.“

Verschoben hat sich der Zeitpunkt der Gefährdung: Verursachten Fahranfänger noch vor zehn Jahren vor allem in den ersten sechs Monaten nach Führerscheinerwerb den Großteil der Unfälle mit Personenschaden, sind es heute vor allem die mit mehr als einem Jahr Führerscheinbesitz. So ereigneten sich die Unfälle der 18-Jährigen 2003 zu 58 Prozent in den ersten sechs Monaten nach Erwerb der Fahrerlaubnis, 2013 waren es nur noch 32 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unfälle bei jungen Fahrern, die einen Führerschein bereits ein bis zwei Jahre besitzen von 0,5 auf 34 Prozent an.

Weitere Ergebnisse der Allianz Sonderauswertung:

  • Schlechte Lichtverhältnisse: Fast die Hälfte aller jungen Fahrer verunfallen nachts (48 Prozent).
  • Überhöhte Geschwindigkeit: Über 40 Prozent der Unfälle mit jungen Fahrern sind Fahrunfälle – hauptsächlich durch Abkommen von der Fahrbahn ohne Konflikt mit einem anderen Verkehrsteilnehmer: Laut Allianz Sonderauswertung sind es 41 Prozent der schweren Unfälle der 18 bis 24-Jährigen gegenüber nur 18 Prozent bei den Unfällen der 25 bis 64-Jährigen Pkw-Fahrer. Nicht angepasste Geschwindigkeit gehört dabei zu den Hauptursachen.
  • Fahrzeugalter: Die Hälfte der Fahrzeuge der jungen Fahrer ist mindestens zehn Jahre alt (47 Prozent). Bei der Altersgruppe der 25 bis 64-Jährigen sind es 29 Prozent. Vor allem die Ausstattungsquote mit ESP ist mit 13 Prozent sehr gering.
  • Geringe Anschnallquote: Bei den untersuchten schweren Verkehrsunfällen waren die jungen Fahrzeuglenker deutlich seltener angeschnallt, als andere Altersgruppen. Die Allianz Sonderauswertung ergab, dass mindestens 15 Prozent der 18 bis 24-Jährigen Fahrer nicht angeschnallt waren. Bei den über 25-Jährigen waren es hingegen nur sechs Prozent.

Allianz Empfehlungen des 3. Allianz Autotages

  • Das bestehende Alkoholverbot nach StVG §24c gilt derzeit nur für Fahranfänger in der Probezeit bzw. bis zum 21. Lebensjahr. Aufgrund der aktuellen Studienergebnisse empfiehlt die Allianz dringend eine Gesetzesänderung zur Anhebung des Höchstalters in der rechtlichen Null-Promilleregelung von derzeit 21 auf 24 Jahre.
  • Die Allianz empfiehlt außerdem beim Kauf eines Fahrzeuges für Fahranfänger, auf eine Ausstattung mit ESP und eine gute Bewertung mit mindestens vier Sternen im Euro NCAP-Test zu achten. Darüber hinaus rät die Allianz zu sicherheitsrelevanten Systemen wie einem Gurtwarner, einem automatischen Notbremssystem und einer Einparkhilfe.

Für die aktuelle Sicherheits- und Mobilitätsstudie „Jung und urban“ zu jungen Fahrzeugnutzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrachtete das Allianz Zentrum für Technik (AZT) amtliche Datenquellen, eigene Versicherungsschadenakten (* 429 Krafthaftpflichtschäden mit einem Aufwand von mehr als einer Million Euro) und ließ eine repräsentative Online-Umfrage in D/Ö/CH durch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Wien durchführen. Befragt wurden 2.200 18 bis 24-Jährige zu ihrem Verhältnis zum Pkw-Verkehr.

– Presseinfo und Foto: Allianz Zentrum für Technik –

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