Senioren im Straßenverkehr: individuelle Unterstützung statt verpflichtender Gesundheitschecks

Künftig werden immer mehr ältere Menschen in Deutschland und auch in vielen anderen europäischen Ländern das Bild des Straßenverkehrs prägen. Die damit verbundene wichtige Frage, wie die Sicherheit und die Mobilität für diese Zielgruppe gewährleistet und verbessert werden kann, war Gegenstand der zweitägigen interdisziplinären europäischen Konferenz „Ageing and Safe Mobility“ in der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). Veranstaltet wurde diese Konferenz federführend von FERSI (Forum of European Road Safety Research Institutes), einem Zusammenschluss europäischer Verkehrssicherheitsinstitute.

Seniorin am Steuer. Foto: ADAC.
Seniorin am Steuer. Foto: ADAC.
Aktuelle nationale und internationale wissenschaftliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Disziplinen zur Verkehrssicherheit und Mobilität älterer Verkehrsteilnehmer wurden in der BASt vorgestellt und diskutiert. Insgesamt nahmen über 150 Experten aus 21 Ländern an der Konferenz teil, darunter auch Gäste aus den USA, Japan, Korea und Russland. Ziel der Konferenz war es, Empfehlungen für Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Verkehrsteilnehmer auf europäischer Ebene abzuleiten.

Keine bislang durchgeführte empirische Studie konnte eine Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Menschen durch regelmäßige Überprüfung ihrer Fahreignung nachweisen. Demzufolge sprechen sich die teilnehmenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegen eine allgemeine Verpflichtung zu einem solchen Gesundheitscheck aus.

Stattdessen werden spezifische präventive Maßnahmen empfohlen: Beispielsweise können Hausärzte ihre Patienten frühzeitig über mögliche krankheitsbedingte Leistungsbeeinträchtigungen informieren oder eine freiwillige Fahrprobe empfehlen, um mögliche Schwächen frühzeitig zu erkennen. Leicht verständliche Symbole auf Beipackzetteln von Medikamenten geben schneller Auskunft darüber, welchen negativen Einfluss ein bestimmtes Medikament auf das Fahrverhalten ausüben kann.

Auch sind ältere Menschen bereit, neue Techniken anzuwenden, die sie im Straßenverkehr unterstützen. Wichtig ist dabei, dass diese Techniken die spezifischen Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen. Was das Verkehrssystems als Ganzes betrifft, so sollte dieses unter anderem übersichtlich, weniger komplex und eindeutig gestaltet sein.

Gezielte Kommunikation und Trainings, technische Entwicklung sowie infrastrukturelle Verbesserungen sind die Voraussetzungen für den Erhalt und die Verbesserung der Mobilität älterer Menschen. Diese ist eine Voraussetzung für ein aktives Leben und damit verbunden für eine Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität älterer Menschen.

– Presseinfo der Bundesanstalt für Straßenwesen BASt –
Foto: ADAC

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