Wenn der Führerschein weg ist: Was passiert bei der MPU?

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Foto: TÜV Süd.
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Nach einer Empfehlung des Deutschen Verkehrsgerichtstages soll künftig bereits ab 1,1 Promille am Steuer (bisher 1,6 Promille) eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet werden. Thomas Wagner, Verkehrspsychologe bei DEKRA, erklärt, was auf Autofahrer zukommt, wenn der Führerschein weg ist.

Als Erstes steht ein computergestützter Test von Reaktion, Konzentration, Aufmerksamkeit und Orientierung auf der Agenda. Zum Zweiten untersucht ein Arzt, ob körperliche Beeinträchtigungen der Fahreignung vorliegen. Urin- oder Blutproben liefern objektive Anhaltspunkte für einen reduzierten Alkoholkonsum oder eine Drogenabstinenz.

„Den dritten Teil der MPU bildet das Gespräch mit einem Psychologen, das zwischen 30 und 90 Minuten dauert“, erläutert Wagner. „Das Ziel ist aber nicht, die Psyche zu durchleuchten, wie manche befürchten. Es geht darum herauszufinden, ob beim Gesprächspartner eine Einstellungs- und Verhaltensänderung eingetreten ist, und zwar in Bezug auf das Problem, das zum Entzug der Fahrerlaubnis geführt hat.“ Gesprochen wird ausschließlich über die Tat, deren Ursachen und Konsequenzen.

Hier einige typische Themen, die zur Sprache kommen:

  • Wie schätzen Sie Ihr früheres Trinkverhalten aus heutiger Sicht ein?
  • Worauf achten Sie, um nicht wieder rückfällig zu werden? ● Wie sehen Sie selbst Ihre Zeit unter Drogeneinfluss?
  • Wie erklären Sie sich die Häufung Ihrer Verkehrsdelikte?
  • Wie würden Sie Ihren früheren Fahrstil beschreiben?
  • Wie haben Sie auf Ihre Bußgeldbescheide reagiert?

Dass die meisten Verkehrssünder bei der Fahreignungsbegutachtung durchfallen, trifft übrigens nicht zu: Eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigt: etwa zwei von drei Alkohol-Ersttätern ohne weitere Risikofaktoren wird bereits nach der ersten MPU ein positives Gutachten ausgestellt.

– Presseinformation der Dekra –
Foto: TÜV Süd

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