Sparen beim Reifenwechsel? Auswuchten ist kein Luxus

Mit der bevorstehenden Wintersaison werden in Deutschland wieder Millionen von Rädern getauscht. Bei diesem Radwechsel entstehen für den Fahrzeughalter nicht unerhebliche Kosten. Neben den Reifen und Felgen, bei neuen Fahrzeugen auch Reifendrucksensoren, tauchen auf der Rechnung in der Regel auch Kostenpositionen für die Demontage und Montage der neuen Räder am Fahrzeug, sowie das Auswuchten auf.

Rüderwechsel. Foto: Promotor/ZDK.
„Mancher Fahrzeughalter meint bei der letztgenannten Arbeitsposition sparen zu können, das ist jedoch grundverkehrt“, sagt Christian Koch, Reifenexperte bei DEKRA. Der Grund: „Alle Reifen weisen herstellungsbedingt Ungleichförmigkeiten in Form von geometrischen Abweichungen, ungleichmäßigen Massenverteilungen oder unterschiedlichen Steifigkeiten auf“, erklärt Koch. „Diese Ungleichförmigkeiten können im Betrieb zu Auswirkungen führen, die der Fahrer in der Regel durch Vibrationen des Fahrzeuges oder des Lenkrades wahrnimmt.“

Eine Unwucht des Rades von zehn Gramm zum Beispiel wirkt durch die Fliehkraft im Fahrbetrieb bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h wie circa 2,5 Kilogramm. Bei einer Geschwindigkeit von 200 km/h erfährt das Fahrzeug eine Belastung von 10 Kilogramm, also das Vierfache. Durch fachgerechtes Auswuchten können diese Ungleichförmigkeiten in der Regel vollständig ausgeglichen werden.

„Auswuchten ist daher kein Luxus, sondern eine technische Notwendigkeit, nicht nur in Bezug auf den Fahrkomfort, sondern insbesondere auf die Sicherheit. Bei starker Unwucht besteht darüber hinaus die Gefahr, dass das Fahrzeug stark beansprucht wird. Dies gilt insbesondere für die Radlager, die Achsaufhängungen und die Karosserie.

Bei der Neumontage von Rädern, aber auch beim halbjährlichen Radwechsel ist das Auswuchten der Räder daher ein unverzichtbarer Bestandteil einer sach- und fachgerechten Reifenmontage. „Die Kosten von fachgerechtem Auswuchten“, so Koch, „zahlen sich in Form von Laufruhe und mehr Fahrkomfort sowie längerer Lebensdauer von Reifen und Fahrwerk aus.“
Dekra
Foto: ProMotor / ZDK Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe

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