Fahrwerkstuning – Teil 2: Schäden? Unsachgemäß tiefergelegt?

Von Petra Grünendahl

Schäden durch nicht abgestimmte Tieferlegung

Die Liste der möglichen Schäden an Karosserie und Fahrwerk ist lang: Antriebswellen, Achslager, Achsnaben, Spurstangen, Stabilisatoren, Querlenker, Dreieckslenker, Federbein-Stützlager, es kann zu Gelenkbrüchen kommen oder zu einem Durchschlagen der Karosserie. Darüber hinaus sind ungleichmäßiger Reifenverschleiß ebenso möglich wie das Aufschlitzen von Reifen an der Karosserie.

Unqualifiziertes Tieferlegen kann außerdem zu Wärmestaus an Motor und Bremsen führen, weil die Luftzirkulation unter dem Fahrzeug nicht mehr gewährleistet ist. Ein Motorschaden wegen mangelhafter Kühlung ist hier ebenso möglich wie ein totaler Ausfall der Bremsen durch Überhitzung der Bremsflüssigkeit.

Das kann eine billige Tieferlegung ganz schön teuer machen!

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Unsachgemäß tiefergelegt? – Eine Gefahr für andere!

Wenn durch unsachgemäße Tieferlegung die Stoßdämpfer nicht mehr richtig arbeiten können, wird das Fahrverhalten erheblich schlechter. Weniger Federweg bedeuten vermindertes Einfederverhalten. Die Reifenaufstandsfläche ändert sich durch die geänderte Achskinematik. Die Reifen liegen nicht vernünftig auf der Straße, Seitenführungskräfte können damit nicht mehr richtig übertragen werden und das Fahrzeug bricht in der Kurve eher aus. Auch der Bremsweg wird gefährlich länger, die Traktion auch auf gerader Strecke schlechter. Kritische Fahrsituationen können nicht entschärft werden und führen damit eher zum Unfall, bei dem u. U. auch andere zu Schaden kommen.

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Qualität zahlt sich aus

Jede Tieferlegung kostet Geld. Hochwertige Produkte bedingen einen höheren Entwicklungsaufwand, was sich auch im Preis widerspiegeln kann. Dieser Aufwand muss aber sein, wenn die Fahrwerksänderungen nicht zu Lasten von Sicherheit, Komfort und der Lebensdauer von anderen Fahrzeugteilen (siehe Kasten) gehen sollen. Wer mit diesem Beratungsargument seinen Kunden überzeugen kann, hat auf jeden Fall einen zufriedenen Kunden, der wieder kommt. Von der in der Regel höheren Gewinnspanne für die Werkstatt mal ganz zu schweigen. Qualität zahlt sich aus – für beide Seiten!

Unbedingt zur Beratung gehört der Verweis auf Herstellergarantien, TÜV-Teilegutachten für die verbauten Komponenten sowie die grundsätzlich notwendige zusätzliche Abnahme der eingebauten Federn durch einen sachverständigen Prüfer.

Durch den Einbau von Sportfahrwerken lassen sich die Fahreigenschaften der Serienfahrzeuge durchaus wesentlich verbessern. Die richtige Beratung sowie die Selektion der optimalen Komponenten sind hierfür jedoch die entscheidende Vorraussetzung.

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Mehr zum Thema gibt es hier:

© 1998-2002 Petra Grünendahl

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