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- Neuigkeiten aus dem Bereich Automobil, Technik und Unfallforschung -

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"Kein Platz für Kreuze"
Landstraßen - schön, aber gefährlich!

Landstraßen sind der Traum des Autofahrers: Fahrvergnügen, reizvolle Landschaften, idyllische Alleen und Kurvenspaß. Sie sind aber auch ein Albtraum durch ihre erschreckende Unfallstatistik. Zwar passieren jenseits von Stadt oder Autobahn nur 27 Prozent aller Unfälle, doch sind sie besonders schwer: Rund 60 Prozent aller tödlichen Unfälle verzeichnet die Statistik hier. Bei knapp zwei Prozent aller Unfälle mit Personenschaden stirbt ein Mensch, auf Landstraßen gilt dies für vier Prozent solcher Unfälle. Hier geht es weiter ...

© Petra Grünendahl, August 2010

 

Verkehr lenken, Umwelt schonen und Sicherheit erhöhen

Der Höhepunkt der globalen Ölförderung wurde 2004 erreicht. Seitdem ist zwar die Förderung nicht gesunken, aber die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen hat sich erhöht. Damit stiegen die Kraftstoffpreise kontinuierlich an. Das Ölangebot wird also nicht nur nicht weiter ansteigen, sondern eher sinken – vor allem im Vergleich zur Nachfrage. Neu entdeckte Erdölreserven sind viel schwieriger, kostenintensiver und mit größeren Gefahren für die Umwelt in der Ausbeutung. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko macht dies wohl gerade sehr deutlich.

Sinkende Kraftstoff-Ressourcen verlangen nach Änderungen in der individuellen Mobilität. Mit „weniger fahren“ ist es aber nicht unbedingt getan, denn Menschen sind für viele Dinge auf das Auto angewiesen. „Wir hinterlassen Fußabdrücke, sollten sie aber so klein wie möglich halten“, sagte Dr. Alexander Heintzel, Pressesprecher von Honda Deutschland, bei der Vorstellung eines Hybrid-Coupés. Hier geht es weiter ...

© Petra Grünendahl, Juni 2010

 

DVR Presseseminar
Risikogruppe "Junge Fahrer"

„Junge Fahrer tragen das höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr“, so Dr. Dirk-Antonio Harms vom Institut für Verkehr und Umwelt (IVU) auf einem Presseseminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Haupttodesursache für junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren ist das Fahren eines Pkw oder das Mitfahren in einem Pkw.

Jeder Fünfte (20 %) Verunglückte oder Getötete gehört in die kritische Altersgruppe, der nur jeder Zwölfte (8,2 %) der Gesamtbevölkerung angehört. Die meisten Getöten verunglücken im Pkw (76 %) oder auf dem Motorrad (7 %). Fast drei Viertel der ums Leben gekommenen 18- bis 24-Jährigen sind Männer. Jede dritte getötete junge Frau war Beifahrerin (saß also nicht selbst am Steuer), aber nur jeder fünfte Mann.  

Auch wenn es primär die jungen Fahranfänger sind, die in der Unfallstatistik negativ ins Auge fallen: Auch ältere Fahranfänger haben ihre Probleme, die einfach aus mangelnder Erfahrung und Fahrpraxis resultieren. Alkohol am Steuer ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Das erhöhte Unfallrisiko bei Alkohol am Steuer betrifft aber alle Fahranfänger gleichermaßen. Deshalb macht das absolute Alkoholverbot in der zweijährigen Probezeit Sinn, so Rüdiger May, Referatsleiter Straßenverkehrsrecht im Bundesverkehrsministerium.

Die Probleme junger Fahrer beschränken sich aber nicht nur auf mangelnde Erfahrung. Zur Risikogruppe gehören eher Männer, Frauen weniger: Geltungsbedürfnis, Imponier- bzw. Dominanzgehabe, Selbstüberschätzung und Geschwindigkeitsrausch kennzeichnen das Sozialverhalten dieser Risikogruppen. Auffallend häufen sich Unfälle mit jungen Fahrern bei Abend- und Nachtfahrten sowie Diskofahrten mit Mitfahrenden. Häufig sitzen hier junge Männer am Steuer, die Freundin sitzt eher auf dem Beifahrer- oder Rücksitz.

Dies bestätigt auch Prof. Malte Mienert von der Uni Bremen: „Risikoreiche verkehrsbezogene Einstellungen werden von einigen Jugendlichen in die Automobilität mit eingebracht.“ Bewusst risikoreiche Einstellungen weisen aber nur knapp 15 Prozent aller Heranwachsenden auf. Sie sind primär männlich, macht- und gruppenorientiert, gewaltbereiter und maskuliner in ihrem Auftreten. Angehörige dieser Gruppe sind zudem weniger bildungsbürgerlich und weniger offen für neue Erfahrungen. Und sie suchen soziale Anerkennung. Potenzielle Risikofahrer betonen die Symbol- und Statusfunktion von Führerschein und Auto.  

Prof. Bernhard Schlag von der TU Dresden stellt fest, dass junge Fahrer häufig in Alleinunfälle verwickelt sind. Typisch ist das Abkommen von der Fahrbahn, oft durch überhöhte Geschwindigkeit, die zurückzuführen ist auf mangelnde Erfahrung und/oder Imponiergehabe. Weitere Unfallursachen, so verschiedene Studien, sind Vorfahrtfehler, ungenügender Sicherheitsabstand und Fehlern beim Abbiegen. Auch Alkohol spielt häufig eine große Rolle. Junge Fahrer haben das fünffache Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, sowie das drei- bis vierfache Risiko, im Straßenverkehr zu sterben.  

„Fahren Lernen“ ist ein langwieriger Prozess! – Das meint auch Kay Schulte vom DVR: „Auch nach dem Führerscheinerwerb geht Lernen weiter – eigenständig – und das darf nicht dem Zufall überlassen werden. Eigenverantwortliches Lernen in dieser Situation braucht weiter Unterstützung, Begleitung und Hilfestellung, um auf dem sicheren Weg zu bleiben.“ In der Fahrschule werden Grundfertigkeiten vermittelt. Fahren lernt der Führerschein-Anfänger dann in der Praxis auf sich allein gestellt – das birgt natürlich Risiken. Gegengesteuert wird hier mit dem Führerschein ab 17 und dem begleiteten Fahren. „Fahranfänger haben ein höheres Risiko, denn Fahrausbildung kann nicht alles leisten“, so Schulte. „Autofahren ist mehr als ein Auto zu bedienen. Es ist die Kunst, das ‚soziale Happening Straßenverkehr’ zu verstehen und darin geschickt mitzuwirken.“ – Und das will nach dem Erwerb des Führerscheins erst mal gelernt werden!

© Petra Grünendahl, April 2010, Fotos: DVR, Grafiken: Destatis

 

Die Zahlen sprechen für sich:

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DVR rät: Notfalls Kenntnisse auffrischen
Keine Angst vor Erster Hilfe

Wer bei einem Verkehrsunfall Erste Hilfe leistet, kann juristisch nichts falsch machen. Wer wirklich bei der Ersten Hilfe Fehler macht, ist dies nicht strafbar, weil nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt wurde. Nicht zu helfen hingegen ist strafbar. Unterlassene Hilfeleistung kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet werden. Ausreden wie Zeitdruck, Unwissenheit oder Fehlern schützen vor Strafe nicht!

 

Viele Menschen trauen sich die richtigen Schritte und Maßnahmen zur Erstversorgung eines Verletzten nicht mehr zu, ließ der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) wissen. Er empfiehlt Autofahrern: Wer unsicher ist, ob er beispielsweise die stabile Seitenlage oder die lebensrettende Herzdruckmassage noch beherrscht, sollte sein Können und Wissen in einem Erste-Hilfe-Kursus auffrischen. Die großen Hilfsorganisationen bieten neben den umfangreichen Lehrgängen nicht nur für Führerscheinbewerber, sondern auch für spezielle Ersthelfer, zum Beispiel Eltern oder Sportler, 90-minütige Wiederauffrischungskurse an.

Neben der Absicherung der Unfallstelle und der Erstversorgung der Verletzten ist der Notruf besonders wichtig, damit die professionellen Retter unverzüglich helfen können. Auch wenn heute fast jeder ein Mobiltelefon dabei hat: Wenn eben möglich, sollten für die Unfallmeldung auf der Autobahn eine Notrufsäule oder auf der Landstraße ein Notruftelefon genutzt werden. So wird automatisch und präzise festgestellt, wo sich der Anrufer befindet, und die Rettungskräfte können den Unfallort ohne Suchfahrten ansteuern. Meldet sich der Anrufer vom Handy und weiß er nicht wirklich, wo er ist, erschwert er nur die Suche nach der Unfallstelle.

Der Notruf sollte folgende Angaben enthalten: Wo ist der Unfall passiert? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen liegen vor? Wer meldet den Unfall? Dann sollte man in jedem Fall abwarten, ob die Leitstelle Rückfragen hat. Benutzt man das Handy für den Notruf, wählt man die international gültige (und kostenlose) Notrufnummer 112. Aktiv werden in irgendeiner Form sollte jeder – und wenn er nur die Rettungskräfte alarmiert. Schließlich kann jeder selbst mal in die Lage kommen, nach einem Unfall dringend Hilfe zu brauchen!

© März 2010, Fotos: DVR, Polizei Mettmann

 
 

Platte Reifen auf einsamen Landstraßen muss niemand mehr fürchten
Notlaufsysteme helfen im Pannenfall

Die Horrorvision vieler Autofahrer: Nachts im Regen auf einsamer Landstraße mit einem platten Reifen zu stranden! Seit über 10 Jahren arbeiten Reifenhersteller an Lösungen, die den Autofahrer auch im Pannenfall mobil halten. Notlaufsysteme für Reifen erhöhen zudem die Verkehrssicherheit, da der Autofahrer im Pannenfall damit häufig weiterfahren kann.

Conti SSR

Der SSR-Reifen (self supporting runflat tyre = pannensicherer Reifen) ist der Klassiker unter den Notlaufsystemen. Selbsttragende, verstärkte Reifenwände sorgen auf Standardfelgen dafür, dass der Reifen nicht völlig an Luft verliert und ein Rest Luftdruck erhalten bleibt. Verhindert wird so ein Einklemmen der Reifenseite zwischen Felge und Asphalt ebenso wie das Abspringen des Reifens von der Felge. Ein Weiterfahren ist möglich. Die Geschwindigkeit sollte höchstens bei ca. 80 km/h liegen. Je nach Auslegung der Reifen gibt es unterschiedliche Reichweiten (je härter die Seitenwand, desto weiter). Ziel ist es, den Wagen sicher bis zur nächsten Werkstatt zu bringen.

Voraussetzung für die Montage von solch pannensicheren Reifen sind Reifendruck-Kontrollsysteme, da ein Druckverlust in den Reifen von Fahrer nicht wahrgenommen wird. Reifendruck-Kontrollsysteme werden EU-weit für alle Fahrzeugmodelle (Baureihen) zur Pflicht, die ab 2012 neu auf dem Markt kommen. Ab 2014 gilt die Pflicht dann auch für alle Neufahrzeuge im Handel.

ContiMobilityKit

Wer keine Reifendruckkontrolle im Fahrzeug hat, hat andere Möglichkeiten, bei einem Reifenschaden ohne Radwechsel nach Hause zu kommen. Zum einen gibt es so genannte MobilityKits. Sie bestehen aus Dichtmittel und Kompressor zum Nachfüllen der Luft. Häufig gehören sie heutzutage zur Serienausstattung eines Neuwagens. Der Hersteller hat dann auf einen Ersatzreifen oder ein Notrad verzichtet. Man kann solche Sets aber auch nachträglich erwerben und zusätzlich für die kleine Panne im Auto verstauen. Bei größeren Beschädigungen der Lauffläche oder Reifenplatzern sind sie allerdings nicht zu gebrauchen. Für die Fahrt zum Reifenwechsel sollte man dann aber 80 km/h und 200 km Reichweite nicht überschreiten.

ContiSeal

Ein neues System hat der Hannoveraner Reifenhersteller Continental im Programm. Die Technologie nennt sich ContiSeal. Der Name deutet es an: ContiSeal ist eine selbsthaftende, viskose Dichtmasse, die Schäden abdichtet. Sie ist auf der Reifeninnenseite unter der Lauffläche des Reifens aufgetragen. Diese Reifendichtung kann Laufflächenverletzungen unter 5 mm Durchmesser und damit ca. 80 Prozent der Reifendurchstiche verschließen. Das gilt übrigens auch, wenn sich der Fremdkörper aus dem Reifen entfernt bzw. entfernt wird. Reifen mit ContiSeal-Technologie können ganz normal auf Standardfelgen aufgezogen werden. Volkswagen liefert den Passat CC und auch der stärker motorisierte CC R-Line bereits ab Werk mit diesen Pneus aus Hannover aus.

ContiSeal

© Petra Grünendahl, Februar 2010, Fotos: Continental

 
 

Automobilclub von Deutschland (AvD) warnt
Auch schneebedeckte Verkehrsschilder müssen beachtet werden

Starke Schneefälle können innerhalb weniger Stunden Verkehrsschilder mit einer weißen Haube bedecken oder teilweise verschwinden lassen. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) weist darauf hin, dass die meisten Schilder dennoch beachtet werden müssen und grundsätzlich weiter gelten.

Einige Schilder sind immerhin an der Form zu erkennen
„Ein zugeschneites Stoppschild - beispielsweise - ist schon alleine an der achteckigen Form deutlich zu erkennen, ein auf der Spitze stehendes Dreieck bedeutet immer 'Vorfahrt gewähren'. Die Formen der Schilder helfen also dabei, die Verkehrszeichen zu identifizieren“, erläutert AvD-Rechtsexpertin Dorothee Lamberty. „Wer einen Verstoß gegen ein solches Verkehrszeichen begeht und von der Polizei gestoppt wird, hat also kaum Chancen um ein Bußgeld herum zu kommen.“ 

Verkehrssünder haben nur selten eine Ausrede
Vor allem für Ortskundige und Anwohner wird es schwer, sich damit herauszureden, dass das Verkehrszeichen zugeschneit war, da es ihnen in der Regel bekannt ist. Dass innerorts Tempo 50 gilt, wird im Übrigen bei allen Autofahrern als bekannt vorausgesetzt. Anders sieht es bei Verkehrssündern aus, die auf der Autobahn geblitzt werden. Sind die Schilder zur Geschwindigkeitsbeschränkung zugeschneit und ist somit das Tempolimit nicht erkennbar, drohen nicht unbedingt Konsequenzen. Man muss allerdings nachweisen, dass das Schild zum „Tatzeitpunkt“ zugeschneit und tatsächlich nicht sichtbar war – was problematisch sein kann. „Ereignet sich bei solch schlechten Witterungsverhältnissen ein Unfall, kann dem Fahrer übrigens – trotz zugeschneitem Schild – immer zur Last gelegt werden, dass er die Geschwindigkeit nicht den Witterungsverhältnissen angepasst hat“, ergänzt Dorothee Lamberty. Dies kann mit bis zu 145 Euro Geldbuße und drei Punkten in Flensburg geahndet werden. 

 

Parkplatzsuchende haben besondere Sorgfaltspflicht
Parkplatzsuchenden empfiehlt der AvD, sich immer zu vergewissern, ob Halte- oder Parkverbotschilder vorhanden sind, bevor sie ihr Auto abstellen. Insbesondere in Städten muss man mit entsprechenden Regelungen rechnen. Zudem hat jeder Fahrer eine besondere Sorgfaltspflicht, wenn er sein Fahrzeug abstellt. Das heißt, er hat sich nach eventuell vorhandenen Verkehrszeichen, insbesondere nach Halte- und Parkverbotschildern, mit aller Sorgfalt umzusehen.

© Januar 2010, Fotos: Continental, DVR