Alltagsfehler bei der Fahrzeugbedienung können teuer werden

einfahrtsverbot

  • Richtig bremsen, richtig kuppeln
  • Lack und Scheibenwischer schonen
  • Mit kleinen Tricks viel sparen

Die Lebensdauer moderner Autos ist hoch, die Abstände zwischen den Inspektionen werden immer größer und umso seltener werden unsere Fahrzeuge inspiziert. Wenn dann noch Bedienfehler hinzukommen, können schnell schwere Schäden entstehen, deren Reparatur teuer wird. Der AvD gibt Tipps für die schonende Behandlung der Technik.

Bremsen und Scheiben schonen – Vorsicht bei Automatik
Die Scheibenbremse ist höchst effektiv und wartungsarm. Trotzdem werden in der Technik des AvD immer wieder Beschwerden über rubbelnde und quietschende Bremsen geäußert, deren Ursachen nach Erkenntnissen der Experten vermeidbar wären.

Nach einer scharfen und intensiven Bremsung sollte man nach dem Stillstand nicht auf dem Bremspedal stehen bleiben, sondern die Bremse lösen und notfalls die Handbremse zum Feststellen des Autos nutzen. Dies betrifft zum Beispiel die Gefahrenbremsung am Ende eines Staus, aber auch das Abfahren von der Autobahn mit anschließendem Ampelhalt und erst recht steile Abfahrten im Gebirge. Durch die starke Bremsung heizen sich die Bremsbeläge auf bis zu 700 Grad auf. Bleiben die Beläge beim Stillstand an den Bremsscheiben angelegt, kühlen diese im Bereich der Klötze viel langsamer ab, als am übrigen Scheibenumfang – die Bremsscheibe kann wellig werden. Schon bei der nächsten Bremsung führt dies zu einem fühlbaren Rubbeln im Pedal, das nur durch den teuren Austausch der Bremsscheiben behoben werden kann. Besonders betroffen sind Fahrer von Automatik-Autos, weil diese bei eingelegtem Gang vorwärts „kriechen“ – sie sollten nach jeder stärkeren Bremsung den Wählhebel auf N stellen und ggf. die Handbremse anziehen, weil diese meist nicht über die gleichen Bremsklötze wirkt. Auch beim Halt am Stauende, bei der Pause am Parkplatz und beim Tanken an der Autobahn sollte der Fahrer nie mit Fuß auf der Bremse warten.

Mit Automatik nie „beidfüßig“ fahren
Unsichere Automatik-Fahrer bedienen die Bremse oft mit dem linken, das Gaspedal aber mit dem rechten Fuß, obwohl diese Handhabung unterbleiben sollte. Immer wieder sind Fahrer zu beobachten, die den linken Fuß „bremsbereit“ auf dem Bremspedal halten, obwohl die Straße frei ist. Dabei liegen oft unbemerkt die Bremsbeläge an den Scheiben an, was zu großem Verschleiß und erhöhten Temperaturen führt, das heißt, Bremsbeläge und Scheiben müssen außergewöhnlich oft erneuert werden. Bei Automatikwagen gehört der linke Fuß auf die ganz links im Fußraum vorgesehene Stellfläche, Gas und Bremse dürfen nur mit dem rechten Fuß bedient werden.

Die Kupplung ist keine Bremse
Die Lebensdauer der Kupplung hängt entscheiden von der Bedienung ab. Wer beim Verlangsamen runterschaltet und dabei ohne Zwischengas einkuppelt, nutzt die Kupplung als Bremse – sie kostet in der Reparatur aber ein Vielfaches dessen, was die Neubelegung der Bremse erfordert. Besser den Gang rausnehmen und Bremsen, wenn man das Geben von Zwischengas nicht beherrscht. Ähnlich schlimm ist, wenn man die Kupplung nutzt, um das Auto bei Stillstand am Hang vor dem Rückwärtsrollen zu bewahren: die Kupplung wird sehr heiß und nutzt sich sehr schnell ab. Wer beim Warten an der Ampel den Gang eingelegt lässt und die Kupplung getreten hält, beansprucht das Ausrücklager, das nur dafür gedacht ist, das Treten des Pedals auf der sich drehenden Hauptwelle möglich zu machen. Zur Erneuerung des Ausrücklagers muss meist das Getriebe ausgebaut werden – auch das ist besonders teuer und kostet mindestens einen Werkstatttag. An der Ampel also immer Gang rausnehmen und Kupplung loslassen, bei Automatik stellt man auf N.

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Vorsicht Bordstein beim Einparken
Niederquerschnittsreifen sind heute oft wegen der geringen Schulterhöhe der Reifen kein Schutz mehr für die edlen Leichtmetallfelgen. Vorsicht deshalb beim Einparken entlang des Bordsteins, damit die Felge nicht am harten Stein schrammt, sonst sind schnell mehr als 1000 Euro für die Reparatur oder den Ersatz fällig. Falls der Bordstein „überklettert“ werden muss, sollte dies in stumpfem Winkel möglichst langsam geschehen, um die wertvollen Felgen und das Fahrwerk zu schonen. Inzwischen sind im Zubehörhandel auch wieder Bordsteinfühler erhältlich, die beim Berühren der Fahrbahnbegrenzung ein lautes Geräusch in den Innenraum übertragen.

Tote Mücken und Vogelkot sofort entfernen
Zerplatzte Insekten enthalten Säuren, Chinin und andere Stoffe, die den Lack sofort angreifen. Auch Vogelkot, insbesondere von Tauben und großen Vögeln, ist extrem aggressiv. Auch wenn man diese Rückstände sofort entfernen sollte, darf dies nicht mit dem groben Insektenschwamm geschehen, der an vielen Tankstellen bereitgehalten wird. Er ist zur Reinigung der Fenster gedacht und würde den empfindlichen Lack verkratzen. Spätestens nach Fahrtende am Abend, oder auch vor einer langen Standzeit in der Sonne, sollte man die Rückstände mit Wasser einweichen, am besten durch Auflegen einer klatschnassen alten Zeitung. Nach fünf Minuten Einweichzeit lässt sich alles ohne Druck mit einem weichen Schwamm oder nassem Papiertuch entfernen. Auch die handelsüblichen Insektenentferner müssen mit Wasser abgewaschen werden, um Spuren auf Lack und Kunststoff zu vermeiden. Für alle diese Rückstände gilt: auch wenn der Lack mit Wachs geschützt sein sollte, muss man sie schnellstmöglich entfernen. Im Sommer sollte man spätestens alle zwei Wochen durch die Waschanlage fahren.

WICHTIG: in den Wasserbehälter der Scheibenwaschanlage gehören nur handelsübliche Zusätze. Eigene Mischungen mit Reinigern, Spiritus und anderen Stoffen schäumen auf und zerstören Pumpe und Leitungen, wer hier sparen will, legt richtig drauf! Zerplatzte Insekten auf der Frontscheibe sollten mit Wischwasser weggespült werden, bevor sie antrocknen, sonst werden die empfindlichen Wischblätter von den harten Harzen und Chitinresten angegriffen. Die Scheibenwaschanlage also lieber öfter betätigen – aber vorher im Rückspiegel prüfen, ob kein Motorrad folgt, das vom Sprühwasser gefährdet werden könnte.

Armaturenbrett und Sitze vor Sonnenstrahlung schützen
Armaturenbrett, Lenkrad und Sitze heizen sich in der Sonne extrem auf, weil sie meist dunkel oder gar schwarz gefärbt sind. Vor dem Parken in der prallen Sonne sollte man sie deshalb mit einfachen, möglichst hell gefärbten Frottee-Handtüchern abdecken und vor dem Angriff von Sonne, UV-Licht und Ozon schützen. Die Kindersitze dabei nicht vergessen. Vor der Weiterfahrt öffnet man nach dem Einsteigen für zwei Minuten Türen und Fenster, verstaut die Handtücher und kann dann ohne verbrühte Handflächen und Oberschenkel fahren. Mit kleinen Tricks kann man die laufenden Fahrzeugkosten erheblich verringern – sie sollten schnell zur Gewohnheit werden.

– Pressemeldung des AvD Automobilclub von Deutschland –

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