Baustellen auf den Autobahnen: Eine Summe von Risiken

Autobahnbaustelle, Foto: Dekra.
Wer mit dem Auto auf Reisen geht, muss auf den Autobahnen derzeit mit zahlreichen Baustellen rechnen. Laut Baustelleninformationssystem der Bundesanstalt für Straßenwesen gab es im deutschen Autobahnnetz im Juli rund 560 Baustellen von bis zu 33 Kilometern Länge. Wie jeden Sommer werden vielerorts Fahrbahndecken erneuert, Fahrstreifen angebaut, die Verkehrsführung geändert oder Brücken saniert.

„Autobahn-Baustellen sind für Fahrerinnen und Fahrer ausgesprochen gefährliche Bereiche mit erhöhter Unfallgefahr“, warnt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA. Der Grund: Hier kommen eine Reihe von Risiken zusammen, wie zum Beispiel verengte Fahrstreifen, hohes Verkehrsaufkommen, Fahrbahn-Verschwenkungen, unebene und teilweise verschmutzte Fahrbahnen und eine Reizüberflutung durch Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes verunglückten im Jahr 2021 bei Unfällen in Baustellenbereichen 1.869 Personen, 19 kamen dabei ums Leben, 242 wurden schwer, 1.608 leicht verletzt.

„Vor Baustellen ist es daher wichtig, die Geschwindigkeit rechtzeitig herabzusetzen und auf verengten Fahrstreifen besonders konzentriert zu fahren. Auch Vorgaben zur maximalen Breite sind unbedingt zu beachten“, sagt Egelhaaf. Die Überholstreifen sind teilweise nur etwa 2,20 Meter breit, deshalb ereignen sich hier immer wieder Streifkollisionen. Wird es zu eng, etwa neben einem Lkw oder Bus, sollte man besser aufs Überholen verzichten und versetzt im gleichen Tempo fahren, oder ganz auf die rechte Spur wechseln. Beide Hände gehören ans Lenkrad, auch weil Spurhalteassistenten die provisorischen Fahrbahnmarkierungen falsch interpretieren und korrigierend eingreifen könnten. Bei Staugefahr ist auf ausreichend große Abstände zu Vorausfahrenden zu achten, um Rettungs- und Bergefahrzeugen bei Bedarf die Durchfahrt zu ermöglichen.

Der Sachverständige warnt weiter davor, zu schnell an eine Baustelle heranzufahren und bei zusammenführenden Spuren noch in letzter Sekunde zu überholen. „Das schafft unnötige Gefahren, weil die erforderlichen Sicherheitsabstände oft nicht eingehalten werden“, so Egelhaaf. Kritische Stellen sind auch Überleitungen auf die Gegenfahrbahn. Hier kommt es häufig zu Auffahrunfällen und Streifkollisionen, vor allem, wenn zu schnell oder unkonzentriert gefahren wird.
Dekra

 

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