Sicher fahren mit dem Pedelec: Dynamikplus bringt neue Risiken

Auf Tour mit dem Pedelec: Risiken werden häufig unterschätzt. Foto: Dekra.
Es scheint, als hätte die Radlerwelt nur aufs Pedelec gewartet. Mehr als 8,5 Millionen der elektrisch unterstützten Fahrräder rollen mittlerweile über die deutschen Straßen, und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht: Im Jahr 2021 stieg die Zahl der verkauften Elektro-Fahrräder auf zwei Millionen weiter an. Wer von einem normalen Fahrrad aufs Pedelec umsteigt oder als Newcomer dank elektrischem Rückenwind Freude am Radeln findet, sollte jedoch acht geben.

„Pedelec fahren ist eine feine Sache, allerdings werden die Risiken immer wieder unterschätzt“, meint Jochen Hof, Fahrradexperte von DEKRA. Pedelecs sind schwerer, dynamischer, und in der Regel weniger wendig als normale Fahrräder. Hinzu kommt, dass die hydraulischen Bremsen für Fahrer, die konventionelle Bremsen gewöhnt sind, ungewohnt stark verzögern. „An solche Dinge muss man sich erst gewöhnen“, erklärt Hof. „Ich empfehle, sich langsam an das neue Zweirad heranzutasten, bis man sich sicher fühlt.“ Ungeübten Fahrerinnen und Fahrern stehen auch spezielle Fahrsicherheitstrainings offen.

Besonders vorsichtig sollten es vor allem Angehörige der älteren Generation angehen lassen. Im Jahr 2020 war bei den tödlich verletzten Fahrradfahrern mehr als die Hälfte im Alter von 65 oder mehr Jahren, berichtet das Statistische Bundesamt. Hier dürfte auch die geringere körperliche Widerstandskraft älterer Menschen eine Rolle spielen. „Die Konsequenz kann nur sein, entsprechend defensiv zu fahren und unbedingt einen Schutzhelm aufzusetzen, und zwar in allen Altersgruppen“, empfiehlt der Sachverständige. Für Fahrten bei schlechter Sicht und bei Dunkelheit ist es ratsam, eine Warnweste überzustreifen oder eine Jacke in retroreflektierender Farbe zu tragen.

Die anderen Verkehrsteilnehmer wiederum müssen sich darauf einstellen, dass Pedelec-Fahrer oft deutlich schneller unterwegs sind als normale Radfahrer. Zu gefährlichen Situationen kommt es häufig an Kreuzungen, bei falscher Straßenbenutzung, beim Ein- und Anfahren vom Straßenrand. Als verbreitete Unfallursachen nennt die Statistik auch die Verkehrstüchtigkeit des Fahrers, vor allem den Einfluss von Alkohol, das Nichtbeachten der Vorfahrt, zu hohe Geschwindigkeit und zu wenig Abstand.
Dekra

 

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