In der Brunftzeit knallt’s am meisten

Foto: NN / pixabay.
Wildwechsel ist eine häufig unterschätzte Gefahr, bei einem Zusammenprall mit den Waldbewohnern sind Schäden vorprogrammiert.

Gerade im Herbst häufen sich Wildunfälle. Dann ist Brunftzeit, das Rot- und Damwild überquert im Hormonrausch liebesblind die Straßen, jedes Jahr gibt es rund 300.000 Zusammenstöße, sieben Menschen verloren 2020 dabei ihr Leben. Was kann man also tun, um Wildunfälle zu vermeiden?

Erste Regel: Bremsbereit sein! Zwar darf man so schnell fahren, wie es der übersehbare Anhalteweg zulässt, doch was, wenn plötzlich ein großer Hirsch mit einem Satz aus dem Seitenraum auf die Straße springt? Deshalb sind 100 km/h in Wildwechselgebieten viel zu schnell. Wo das Verkehrszeichen mit dem springenden Hirsch aufgestellt ist, können selbst 80 km/h schon zu viel sein.

Wenn Wild auf die Straße läuft: Mit aller Kraft auf die Bremse, das Lenkrad gerade halten und keinesfalls versuchen, auszuweichen! Die Gefahr, gegen einen Baum oder in den Gegenverkehr zu fahren, ist viel zu groß. Das Tier ist das weichere Hindernis, auch wenn eine ausgewachsene Wildsau rund vier Zentner wiegt. Und: Ein Reh kommt selten allein. Also immer mit weiteren Tieren auf der Fahrbahn rechnen.

Ist es trotz aller Vorsicht zur Kollision gekommen, Warnweste anziehen und Unfallstelle absichern. Anschließend die Polizei anrufen und den Standort mitteilen, damit der zuständige Jagdpächter oder Förster benachrichtigt werden kann. Die stellen auch eine Bescheinigung für die Kaskoversicherung aus, welche Schäden durch Haarwild reguliert. Also auch keinesfalls eventuelle Unfallspuren voreilig beseitigen.

Wurde das Tier durch den Aufprall nicht getötet, auf jeden Fall Abstand halten. Wildtiere sind unberechenbar und vor allem Wildschweine können sehr aggressiv reagieren. Handelt es sich um eine Rotte mit Jungtieren, besser im Auto auf den Jäger warten. Und auf keinen Fall angefahrene Tiere mitnehmen, das kann als Wilderei geahndet werden.

Bleibt die Frage, ob das Auto nach der Kollision noch fahrbereit ist. Die meisten Wildunfälle passieren in der Morgen- oder Abenddämmerung, bei zersplitterten oder verschobenen Scheinwerfern ist die Fahrtüchtigkeit dann nicht mehr gegeben. Oft wird auch der Kühler beschädigt, sodass beim Weiterfahren eine Überhitzung des Motors droht. Im Zweifel also besser einen Abschleppdienst benachrichtigen und das Auto in die Werkstatt transportieren lassen. Die kümmert sich nicht nur um die fachgerechte Reparatur, sondern erledigt auch den Papierkrieg mit der Versicherung.
ProMotor / Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK)
Foto: NN / pixabay

 

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