Sparen beginnt im Kopf

Zapfsäule an der Tankstelle. Foto:  Petra Grünendahl.
Zapfsäule an der Tankstelle. Foto: Petra Grünendahl.
Start-Stopp-Automatik, Zylinderabschaltung, Rekuperation, ideenreich und mit hohem Aufwand versuchen Entwickler und Ingenieure in der Automobilbranche den Spritverbrauch zu zügeln. Doch solchen Bemühungen sind rasch Grenzen gesetzt, wenn der Mensch am Steuer streikt. „Sparen beginnt im Kopf“, unterstreicht Philipp Heise, Kfz-Experte vom ACE Auto Club Europa: „Die derzeit sehr beliebten Dreizylinder-Turbomotoren arbeiten beispielsweise nur dann wirklich spritsparend, wenn man auf Vollgas verzichtet. Sonst heißt es immer noch – Turbo läuft, Turbo säuft.“ Zur Verbesserung der persönlichen Verbrauchs- und Emissionsbilanz empfiehlt Heise aber nicht nur Vollgaseskapaden einzuschränken, sondern ebenso auf kurze Fahrten besser zu verzichten.

Spritsparendes Vorwärtskommen lässt sich lernen und lohnt. Um bis zu einem Viertel verringert sich der Spritkonsum, wenn man vorausschauend fährt. Ist etwa eine rote Ampel in Sichtweite, kann man den Wagen langsam ausrollen lassen und so spät wie möglich auskuppeln. Das nutzt die Schubabschaltung des Motors optimal. Geht der Fuß vom Gas, sperren die Einspritzaggregate die Kraftstoffzufuhr. Die Maschine bremst gleichzeitig den Wagen, ohne Sprit zu verbrennen. Das gilt ebenso für Gefällstrecken. Nur sollte man dabei nicht zu einem Verkehrshindernis mutieren.

„Rechtzeitiges Hochschalten wiederum reduziert die Motorendrehzahl und somit den Verbrauch erheblich“, skizziert der ACE-Fachmann den nächsten Punkt der Sparmöglichkeiten: „Der richtige Schaltzeitpunkt ist meist schon bei etwa 2.000 Umdrehungen pro Minute erreicht.“ Moderne Personenwagen lassen sich im Stadtverkehr problemlos im fünften oder sechsten Gang bewegen. Zugleich widerspricht der ACE-Fachmann dem weitverbreiteten Vorbehalt, dass Fahren im unteren Drehzahlbereich dem Motor schade. Für Automatik-Autos gilt als Sparprogramm: Beim Beschleunigen das Gaspedal leicht zurücknehmen. Dann wählt das Getriebe rasch von selbst die nächsthöhere, mithin kraftstoffsparende Fahrstufe.

Bei einem Stopp von mehr als 20 Sekunden lohnt es sich, bei Autos ohne Start-Stopp-Automatik, den Motor abzustellen – vorausgesetzt, die Ampelphase ist bekannt. „Eine halbe Stunde Leerlauf kostet etwa einen halben Liter Kraftstoff“, rechnet Heise vor und bei einer Fahrt quer durch die Stadt addiert sich dieser Zeitraum rasch. Für das Beschleunigen empfiehlt der ACE-Fachmann: „Treten Sie das Gaspedal etwa zu Dreivierteln durch.“ So erreicht man schnell den nächsthöheren Gang und den besten Wirkungsgrad für den Motor. Auf längeren Fahrten, etwa in den Urlaub, ist ebenfalls eine überlegte Fahrweise angebracht. „Als Faustformel gilt Dreiviertel der für das Fahrzeug angegebenen Höchstgeschwindigkeit. Jeder zusätzliche Stundenkilometer kostet Sprit und nur in Ausnahmefällen spart man durch schnelles Fahren spürbar Zeit.“ Wer sich auf den streng tempolimitierten Autobahnen im Ausland tummelt, wird sich über ganz neue Verbrauchswerte wundern.

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Mit Sinn sollte auch die Klimaanlage aktiviert werden. „Innerorts und bei geringerem Tempo sollten Sie das Fenster aufmachen, erst bei höherer Geschwindigkeit dann die Klimaanlage einschalten“, empfiehlt Heise. Hintergrund: am geöffneten Seitenfenster verwirbelt sich die Luft. Dadurch erhöht sich der Luftwiderstand, und dieser zusätzliche Luftwiderstand wächst exponentiell mit der Geschwindigkeit: „Je schneller man also so fährt, desto schneller verwirbelt sich die Luft und man braucht mehr Energie“, erläutert der ACE-Kfz-Experte.

Mehr Tipps finden Sie auch im ACE-Ratgeber „Sprit sparen“.

– Presseinformation des ACE Auto Club Europa –

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