Erste-Hilfe-Tipps: Motorradunfall – Helmabnahme, ja oder nein?

In Deutschland gibt es laut Statistik rund vier Millionen zugelassene Motorräder. Viele von ihnen finden sich zu Beginn jeder Saison auf deutschen Straßen wieder. Diese Leidenschaft ist jedoch nicht ungefährlich.
 
Im Jahr 2016 gab es mehr als 16.000 Verkehrsunfälle an denen Motorradfahrer beteiligt waren, über 500 von ihnen verunglückten dabei tödlich. Für Ersthelfer stellen sich oft die Fragen: Wie helfe ich am besten und welche Maßnahmen soll ich am Unfallort durchführen?
 
Ersthelfer sollten zunächst umgehend den Rettungsdienst über die bekannte Notrufnummer 112 alarmieren. Eines der wichtigen und oft diskutierten Themen ist die Helmabnahme. Christian Merchel, Deutsches Rotes Kreuz Duisburg, empfiehlt: „Die Abnahme des Helmes als Ersthelfer bei einem verunglückten Motorradfahrer ist nur notwendig, wenn dieser bewusstlos ist. Nur durch die Helmabnahme kann dann eine adäquate Atemkontrolle festgestellt werden. Bei spontaner Atmung des Patienten wird dieser in die ,stabile Seitenlage‘ gebracht. Sollte keine Atmung beim Patienten festgestellt werden, muss unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.“
 
Folgende Tipps gibt Merchel noch zur Helmabnahme: „Eine Helmabnahme sollte, wenn es möglich ist, immer durch zwei Helfer durchgeführt werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Nacken des Verunfallten gestützt wird. Die Abnahme sollte zudem langsam und mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, um weitere Verletzungen der Halswirbelsäule zu vermeiden.“
 
Durch die Abnahme des Helmes können Ersthelfer einem verunfallten Motorradfahrer das Leben retten, da dieser bei vorhandener Bewusstlosigkeit neben den Unfallfolgen weiteren Risiken wie beispielweise spontanem Erbrechen ausgesetzt ist, die im schlimmsten Fall tödlich enden können.
 
– Pressemeldung und Infografik: Stadt Duisburg –
 

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