Auch Motorradhelme altern: Kein Ding für die Ewigkeit

Auch Motorradhelme sind Verschleißteile. Experten empfehlen einen Austausch spätestens nach sieben Jahren. Foto: Dekra.
”Ein Motorradhelm kann äußerlich noch ganz ordentlich aussehen, ob er Biker noch ausreichend schützt, ist eine ganz andere Frage”, sagt Achim Kuppinger, Sachverständiger bei DEKRA. Gut gepflegten Helmen sieht man es oft nicht an, wie viele Jährchen sie schon auf dem Buckel haben. Doch wie so oft im Leben ist der Alterungsprozess auch hier nicht aufzuhalten. Bei den verwendeten Kunststoffen tritt im Laufe der Jahre eine gewisse Materialermüdung ein, die Elastizität lässt nach – und damit auch die Schutzwirkung. ”Deshalb empfehlen wir, den Kopfschutz nach spätestens sieben Jahren aufs Altenteil zu schicken.”

Ein Austausch kann aber auch schon früher notwendig werden: etwa, wenn die Polster im Inneren nachgegeben haben, Styroporteile verformt sind oder Gummiteile porös werden. Dies kann sich auf die Schutzwirkung, auf den Tragekomfort und unter Umständen auch auf die Belüftung negativ auswirken. Ein Wechsel ist auch dann angezeigt, wenn der Helm harten Schlägen ausgesetzt war. Selbst ´wenn äußerlich keine Beschädigungen erkennbar sind, kann die Struktur geschädigt sein. Hat nur das Visier Kratzer abbekommen, lässt sich dies dagegen unter Umständen durch einen schlichten Austausch der Frontklappe beheben.

Da es um den Schutz eines der wertvolleren Körperteile geht, ist es ratsam, beim Neukauf auf Qualität zu achten. Als Mindeststandard gilt die Norm ECE-R-22.06, die 2021 eingeführt wurde und auf neuen, angepassten Prüfvorschriften beruht. Helme nach der alten Norm 22.05 dürfen jedoch weiter verwendet werden. Um festzustellen, ob der Helm passt, reicht es nicht, ihn kurz überzuziehen. Er sollte bei der Anprobe zumindest zehn Minuten oder länger oben bleiben. Er muss straff am Kopf sitzen, darf zugleich aber keine Druckstellen verursachen.

Auch das Gewicht ist ein wichtiger Aspekt. Leichtere Modelle bieten gegenüber schwereren einen größeren Tragekomfort; weniger Gewicht bedeutet bei einem Aufprall außerdem eine geringere Belastung der Halswirbelsäule. ”Fehlen darf vor der Kaufentscheidung auf keinen Fall eine Probefahrt. Sie zeigt, ob man sich beim Fahren mit dem Helm wohlfühlt und ob dieser mit den Strömungsverhältnissen des Motorrades harmoniert”, erklärt Motorradexperte Kuppinger. Der Geräuschpegel im Helm darf nicht zu hoch sein, Biker dürfen aber auch nicht zu stark von Signalen und Geräuschen anderer Verkehrsteilnehmer abgeschottet sein.
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