Vorsicht, Kinder! Könnten Sie im Notfall noch anhalten?

Tempo runter: Kinder genießen besonderen Schutz. Foto: Dekra.
Ob Seitenstraße, Reiterhof oder Spielplatz: Immer häufiger warnen private Schilder und Aufsteller am Straßenrand vor spielenden Kindern. Auch wenn es sich nicht um offizielle Verkehrszeichen handelt, tun Fahrer gut daran, an solchen Stellen vorsichtiger und aufmerksamer zu fahren als sonst. Denn Kinder genießen aus verständlichen Gründen im Straßenverkehr besonderen Schutz. So ist überall dort, wo mit Kindern zu rechnen ist, die Geschwindigkeit zu verringern und der Bereich neben der Straße gut im Blick zu behalten.

Dies gilt besonders dort, wo die offiziellen Verkehrszeichen „Kinder“ oder „Verkehrshelfer“ stehen sowie generell in der Nähe von Schulen, Kindergärten, Spielplätzen und Sportanlagen, ebenso an Haltestellen von Bus und Bahn sowie in Tempo 30-Zonen.
„Autofahrer sollten sich fragen: Fahre ich nur so schnell, dass ich jederzeit noch rechtzeitig halten kann? Etwa wenn ein am Rand stehendes oder spielendes Kind plötzlich über die Straße läuft oder mit dem Fahrrad auf die Fahrbahn zufährt? Nichts anderes verlangt der Gesetzgeber“, sagt Luigi Ancona, Unfallforscher bei DEKRA.

Dabei gilt die Regel: Je jünger die Kinder, umso mehr ist mit überraschenden Reaktionen zu rechnen und entsprechend langsam zu fahren. Gerichte bezeichneten für solche Situationen eine Geschwindigkeit von nicht mehr als 20 km/h als angemessen. „Wir dürfen am Steuer nicht vergessen, dass Kinder Verkehrssituationen häufig nicht überschauen und deren Gefahren nicht realistisch einschätzen können. Außerdem sind sie noch stark auf sich bezogen und lassen sich in Gruppen leicht ablenken. Darauf müssen sich Fahrer einstellen“, erklärt Ancona.

Der Unfallexperte von DEKRA erinnert auch daran, dass Schul- und Linienbusse, die sich mit eingeschaltetem Warnblinklicht einer Haltestelle nähern, nicht überholt werden dürfen. Stehen sie mit Warnblinklicht an der Haltestelle, dürfen sie nur in Schrittgeschwindigkeit (5 bis 7 km/h) und mit genügend Abstand passiert werden – wenn nötig, ist zu warten. Das gilt im Übrigen auch für den Gegenverkehr. Ancona: „Gehen Sie in Bremsbereitschaft. Hier ist jederzeit damit zu rechnen, dass Kinder oder Erwachsene noch schnell über die Fahrbahn laufen, um den Bus zu erreichen.“ DEKRA Info

 

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