Augen auf beim Reifenkauf: Besser auf Nummer sicher fahren

In den nächsten Wochen steht bei vielen Autofahrenden der Reifenwechsel auf dem Programm. Die Initiative Reifenqualität des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner empfiehlt: Wer für den Sommer neue Reifen braucht, sollte bedenken, dass die Wahl des Reifens ein maßgeblicher Sicherheitsfaktor ist.

Aktuelle Reifentests zeigen: Der Bremsweg unterschiedlicher Reifenmodelle kann sehr unterschiedlich sein. Während manche Qualitätsreifen bei einer Vollbremsung aus 80 km/h bereits nach knapp 30 Metern zum Stehen kommt, gibt es minderwertige Reifen, die an dieser Stelle noch eine Geschwindigkeit von 46 km/h haben und erst nach 45 m zum Stehen kommen.

„Jeder Autofahrende sollte sich vor dem Kauf umfassend informieren, z.B. durch die großen Reifentests der Medien oder Automobilclubs und in Form einer persönlichen Beratung im Reifenfachhandel oder in der Werkstatt“, erklärt Sandra Demuth, Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen beim DVR.

Produktqualität und die korrekte Wartung
Neben der Produktqualität ist auch der Zustand der Reifen ausschlaggebend für die eigene Sicherheit im Straßenverkehr. Empfehlenswert ist ein kurzer Check einmal im Monat. Zusätzlich sollte zweimal pro Jahr ein Experte einen Blick auf die Reifen werfen. „Diese Regel gilt übrigens auch für Autofahrende mit Ganzjahresreifen“, betont Gerrit Reichel, Pressesprecher des ACV Automobil-Club Verkehr: „Ganzjahresreifen können zwar bei entsprechenden Fahrgewohnheiten und wenn die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug bei extremen Wetterbedingungen stehen zu lassen, durchaus eine Alternative zum klassischen Sommer- oder Winterreifen sein. Aber das bedeutet nicht, dass man sie das ganze Jahr über ungeprüft fahren kann.“ Wenn ein Reifenwechsel ansteht, sollte dieser unbedingt durch Fachleute im Reifenfachhandel oder in der Werkstatt vorgenommen werden.

Reifenchecks selbst gemacht
Neben der regelmäßigen Kontrolle durch Experten sollten auch Autofahrende selbst regelmäßig den Zustand ihrer Reifen prüfen, idealerweise bei jedem zweiten Tankstopp bzw. zweimal im Monat prüfen. Bestandteil des Checks sollten die folgenden Dinge sein:

Reifendruck
Immer mehr Fahrzeuge sind, auch auf Grund der EU-Gesetzgebung, mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet. Dieses überwacht während der Fahrt den Reifendruck und warnt den Fahrenden, wenn dieser abweicht. Ein hervorragendes System, das zur Verkehrssicherheit beiträgt, wenn Autofahrende sich jedoch nicht komplett darauf verlassen. Denn das RDKS ist zwar eine Unterstützung für den Fahrenden, es entbindet ihn jedoch nicht von seiner Verantwortung. Zum regelmäßigen Reifencheck gehört daher auch die Überprüfung des Reifendrucks.

Anzeige

Profiltiefe
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm. Verkehrssicherheitsexperten empfehlen mindestens 3 mm bei Sommerreifen und 4 mm bei Winterreifen.

Einfahrschäden & Ventile
Zu nah am Bürgersteig geparkt zu zügig über eine Kante gefahren: Reifen halten eine Menge aus, aber nicht alles. Deswegen sollte beim Reifencheck auch immer eine Sichtprüfung erfolgen: Gibt es sichtbare Beschädigungen? Sind die Ventile in Ordnung und die Ventilkappen vorhanden? Wenn Zweifel aufkommen empfiehlt es sich immer, den Reifen einem Experten zu zeigen. Dieser sieht schnell, ob die Beschädigung unkritisch ist oder der Reifen repariert oder ersetzt werden muss.

Reifenalter
Ein gesetzliches Höchstalter für Reifen gibt es nicht. Dennoch sollten Reifen generell nicht älter als 10 Jahre sein, denn dann erhöht sich die Gefahr, dass das Gummi spröde wird. Auch davor sollte das Gummi auf Beschädigungen oder Risse kontrolliert werden.

Und zu guter Letzt gilt: Der Reifencheck sollte an allen Reifen durchgeführt werden. Wenn ein Fahrzeug über ein Ersatzrad verfügt, sollte auch das geprüft werden.

Über Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“
Im Mittelpunkt der Initiative Reifenqualität des DVR und seiner Partner stehen die Qualität der Reifen und die fachliche Beratung im Handel. Die Produktqualität hat Auswirkungen auf Bremsweg und Nasshaftung. Aber auch der Zustand der Reifen ist sicherheitsrelevant. Dazu gehören Sicherheitsprofiltiefe und Reifendruck. Die regelmäßige Wartung der Reifen ist für die Fahrzeugsicherheit unerlässlich. Weitere Informationen rund um das Thema gibt es unter: reifenqualitaet.de
Initiative Reifenqualität / DVR Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V.

 

Teilen ...

Share to Google Buzz
Share to Google Plus
Share to LiveJournal
Anzeige